Die Kammer des Schreckens

13.10.2014 22:00

Wer bisher dachte, die Kammer des Schreckens existiere nur in Harry Potter Romanen, den muss ich leider eines Besseren belehren! Die Kammer des Schreckens.. es gibt sie wirklich!! Real, live und in Farbe. Und zwar bei uns im Haus!!

Jeder Haushalt braucht einen Ort für Krimkrams habe ich mal gehört.. ich kenne jedenfalls niemanden, der nicht in Küche, Flur oder wo eben Platz dafür ist, eine Schubalde oder sogar Kommode hat, in die alles reinfliegt, was nicht wirklich an eine andere sinnvolle Stelle gehört, aber aus triftigem Grund(!) auch nicht weggeschmissen werden kann.. Bei uns ist diese allgemein übliche Schublade in den letzten Jahren zu einem ausgewachsenen Zimmer mutiert. Ok, Zimmerchen trifft es eher, wir wollen das Ganze ja nicht schlimmer machen, als es ist. Oder eben Kammer. Kammer trifft es ziemlich gut. Diese Rumpelkammer war im Grunde nie ein Problem, so lange wir zu zweit waren. Auch noch nicht, als wir zu dritt waren, das Gästezimmer in ein Kinderzimmer verwandelt wurde und der Göttergatte und ich uns weiter brav das „Computerzimmer“ teilten.. Da beherbergte die Kammer weiter friedlich die Winterjacken, die nicht auf den Dachboden sollten, ein Regal mit allerlei Werkzeug, Farbeimern & Co., den einen oder anderen leeren Karton, wenn eine Online-Bestellung ausnahmsweise mal nicht retourniert wurde, den Weihnachtsschmuck von Januar bis .. sich jemand erbarmte, ihn endlich wieder auf den Dachboden zu verfrachten usw. usw.

Dann kam der Tag, an dem der Göttergatte – und zweifellos Herr des Hauses – beschloss, er brauche ein Männerzimmer. Der zweite Schreibtisch im Computerzimmer (nämlich meiner) mitsamt allem Papierchaos und Kosmetiksammelsuchtmädchengedöns (nämlich meins) und der damit verbundenen Anwesenheit einer weiteren Person in "seinem Zimmer" (nämlich meiner) störte ihn gewaltig, und so mussten der Schreibtisch, mein Hab und Gut und ich in einer Tag-und-Nebel-Aktion weichen. Um nicht zu sagen, genannte Sachen wurden –als ich pflichtbewusst arbeiten und damit einen Teil unseres Lebensunterhaltes verdienen war und mich nicht wehren konnte- kurzerhand aus dem Ex-Computer-jetzt-Männerzimmer geschmissen und unsanft in der Rumpelkammer.. nennen wir es mal freundlich "abgestellt".. Mangels entsprechender Identifikation meinerseits mit diesem Raum als mein neues „Frauenzimmer“ (oder wie sagt man zu dem Pendant eines Männerzimmers? Damensalon? Kleiderschrank? Schminkecke?) und entsprechend nicht vorhander Motivation, an seinem Zustand etwas zu ändern, nahm das traurige Schicksal dieses Zimmerchens seinen Lauf. Zu bereits vorhandenem Gedöns gesellten sich mit der Zeit reichlich weitere Habseligkeiten, die keinen besseren Platz im Haus fanden, darunter Kartons mit aussortierten Kinderklamotten, die zusammengeklappte Gäste-Matratze (Übernachtungsbesuch wegen Unerreichbarkeit selbiger ausgeschlossen), usw. usw. Wir nennen diesen Raum inzwischen intern wirklich liebevoll Kammer des Schreckens, aber natürlich geht uns dieser Zustand schon lange auf den Keks.

Warum ich Euch diese privat-pikanten Details von zu Hause erzähle? Weil diese Kammer des Schreckens nun endlich MEIN Zimmer werden soll! Weg von der Rumpelkammer, hin zum Mini- nein Makro-Fotostudio! Mit weiblichem Einschlag versteht sich. Schließlich wollen auch diverse Handtaschen und anderer Mädchenkram würdevoll aufbewahrt werden, und meine Winterjacken wollen immer noch nicht auf den Dachboden. Jedoch möchte ich in erster Linie meine kompletten Fotosachen, die inzwischen ein nicht unerhebliches Ausmaß angenommen haben, "vernünftig" aufbewahren. Kamera und Objektive sind ja im Alukoffer verstaut, aber es existiert ja doch einiges an Zubehör wie Tageslichtlampen, Hintergrundstoff, Glasbecken usw., und eben dies möchte ich übersichtlich und ordentlich und damit jederzeit griffbereit im Regal unterbringen. Vor allem möchte ich meinen derzeit mit einer Trillion wunderschönen Kinderzeichnungen und -basteleien zugemüllten Lichtwürfel jederzeit ohne größeren Aufwand nutzen -also auch mal spontan- eine Foto-Idee umsetzen können. Mein Schreibtisch, der im übrigen schon fast die Hälfte der Fläche dieses Raumes einnimmt, soll komplett als Arbeitsfläche nutzbar sein. Sprich: Ich möchte einen Raum nur für mich, in dem ich jederzeit meinem Hobby - meiner Leidenschaft - nachgehen kann, ohne erst sämtliche Sachen runter schleppen zu müssen, das Wohnzimmer mit dem Aufbau zu besetzen (was zwangsläufig zur Verärgerung des Göttergatten führt) und dann nach ein paar Fotos wieder alles abzubauen und hochzuschleppen.. Fotostudio wäre maßlos übertrieben, Fotozimmer immer noch überdimensioniert, aber Fotokammer trifft es schon irgendwie (ich glaube, ich werde es Dunkelkammer nennen, ha haaaa)..

Ja, warum räumt sie dann jetzt nicht einfach auf? Möchte sie ja gern! Aber durch widrige Umstände (ich erwähne jetzt letztmalig an dieser Stelle ein defektes, entleertes Aquarium und damit verbunde Komplett-Renovierung unseres Wohnzimmers) wurde ich leider davon abgehalten! Ich war wirklich hochmotiviert, diese SACHE im Herbst anzugehen, aber leider musste die Priorität aufgrund aktueller Vorkommnisse geändert werden. Und was -unabhängig von notgedrungen vorzuziehenden Tätigkeiten- ebenfalls ein ganz wesentlicher Störfaktor ist: Der Kettenreaktions-Effekt!

Es ist ja nicht so, dass die Kammer des Schreckens derzeit NUR und ausschließlich "Müll" beherbergt. Das wäre jawohl zu einfach. Leider müssen die Kubikmeter ja tatsächlich sortiert und teilweise umgeräumt werden, und umgeräumt bedeutet was? An eine andere Stelle! Und woher diese andere Stelle nehmen und nicht stehlen? Es ist tatsächlich so, dass das halbe Haus auf- und umgeräumt werden muss, wenn man eine Kammer des Schreckens leer machen will! Klingt übertrieben? Beispiel: Das deckenhohe Regal voll mit Werkzeug, Schrauben, Nägeln, Nitroverdünnung, Batterien, Putzlappen, Farbeimern, Tapetenkleister USW. soll in einen Schrank im Hauswirtschaftsraum umziehen. In diesem befinden sich derzeit Gummistiefel, Winterstiefel, Schuhputzzeug, USW. Bedeutet? Stiefel & Co. müssen in einen passenden Schrank im Flur umziehen, in dem sich derzeit noch..... aarrggg! Kettenreaktion nenne ich das jetzt mal, ich denke, Ihr wisst jedenfalls, was ich ungefähr meine! Kartons voll Kinderklamotten brauchen einen Abnehmer über ebay / Spendenempfänger & Co. (jeder, der das schon mal gemacht hat, weiß welcher -zeitlicher- Aufwand dahinter steckt), und ich fürchte mich schon am meisten vor dem Teil, der nicht entsorgt werden kann, aber für den auch kein vernünftiger anderer Platz vorhanden ist.. örks.

Also, es ist ganz ehrlich nicht so einfach und mal eben gemacht.. Und die Motivation für Tage voller Aufräumen, Umräumen und Wegräumen tendiert momentan gen null, nachdem wir genau das bereits reichlich hinter und momentan noch vor uns haben. Klar freuen wir uns auf die neue gute Stube, wenn sie denn fertig ist. Aber wenn da alle Arbeiten abgeschlossen und auch alle Sachen wieder an ihrem Platz sind, habe ich die Schnauze auch erstmal gestrichen voll. Jaaa, das Zimmer ist für mich, und ich will mir unbedingt diese Foto-Oase schaffen, weil ich weiß, dass sie mir gut tun wird und ich das für mich wirklich gut gebrauchen kann, und ich werde es auch angehen diesen Herbst. Aber momentan ist es leider noch ein riiiiesiger Felsbrocken, der aus dem Weg geräumt werden muss, und manchmal steht man vor so einem Hindernis eben wie der Ochs vorm Berg.

Da ich aber eine Menge tolle Ideen habe, die danach schreien, im Winter in meiner Dunkelkammer umgesetzt zu werden, werde ich es angehen. Demnächst. Bald. Den Kampf gegen die Kammer des Schreckens. Ihr werdet wieder davon hören..

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Stephanie Kühn ran.gezoomt@web.de